Einträge von AltenoytherTorsten

Fluchtmodus.

Ich glaube, normale Menschen packen ihre Taschen nach einer Reise irgendwann wieder aus. So richtig. Mit Schrank. Mit festen Plätzen für Sachen. Die Zahnbürste ins Bad. Das Ladekabel in irgendeine Schublade. Den Hoodie zurück an den Haken. Bei mir ist es momentan anders. Da bleibt vieles einfach liegen. Halb im Rucksack. Halb daneben. Als würde […]

Umwege.

Einer der schlimmsten Sätze der deutschen Sprache. Direkt hinter „Der Drucker funktioniert nicht mehr“ und „Wir müssen die Unterlagen fürs Finanzamt noch zusammensuchen.“ Vielleicht sogar davor. Der Satz hat etwas Endgültiges. Niemand hört „Wir müssen reden“ und denkt anschließend: Ach schön, vielleicht geht es um Urlaubsplanung oder einen neuen Wasserkocher. Ich stand währenddessen mit einer […]

Großstadt.

Großstädte? Alter, die überfordern mich komplett. Allein schon beim bloßen Zuschauen. Nicht einmal wegen der Menschenmengen. Eher wegen dieser permanenten Gleichzeitigkeit von allem. Die Polizei brettert irgendwo durch die Innenstadt. Lieferdienste bringen irgendwelche Sachen in Windeseile. Und dann diese Menschen mit AirPods und einem Gesichtsausdruck, als würden sie gleichzeitig eine Firma leiten, einen Podcast aufnehmen […]

Neutral. Sicher.

Das Leben ohne Auto ist ein anderes geworden. Langsamer vor allem. Früher stieg ich einfach ein, fuhr los und erledigte Dinge unterwegs. Einkaufen. Baumarkt. Hund einladen. Wald. Alles, ohne groß darüber nachzudenken. Das Auto stand vor der Tür wie ein sehr zuverlässiger, aber leicht überteuerter Freund, der immer Zeit hatte. Erst später begann ich auf […]

Vatertag.

Christi Himmelfahrt. Vatertag. Oder einfach der einzige Feiertag, an dem Männer morgens um zehn bereits aussehen, als hätten sie die Nacht in einer Mischung aus Getränkemarkt, Tankstelle und mittelschwerer Lebenskrise verbracht. Ich glaube ja, so ganz genau weiß niemand, welches der beiden Feste mittlerweile eigentlich mehr gefeiert wird. Offiziell geht es um die Himmelfahrt Christi. […]

Elf Stunden.

Zu Hause. Dort wartete diesmal allerdings nicht einfach nur Alltag. Eher dieses merkwürdige Gefühl, irgendwo zwischen Abschied und Neuanfang zu stehen. Viele Dinge, die vor ein paar Monaten noch selbstverständlich wirkten, tun das plötzlich nicht mehr. Keine eigene Wohnung. Die Erkenntnis, dass sich in den nächsten Monaten vermutlich vieles verändern wird. Ein anderer Ort vielleicht. […]

Fingerabdrücke.

Dienstag. 6:30 Uhr. Oberstdorf. Marktplatz 5. Draußen beginnt der Ort langsam wach zu werden. Irgendwo fährt bereits ein Lieferwagen über das Pflaster. Kisten klappern. Wahrscheinlich Brötchenlieferung oder Getränkekisten. In Orten wie diesem klingt selbst der Morgen irgendwie nach Handwerk. Die Berge selbst, stehen noch halb im Schatten und wirken so ruhig, als hätten sie mit […]

Allein im Allgäu.

Über Oberstdorf liegt an diesem Morgen eine Art gedämpfte Ruhe. Alles wirkt leiser. Der Regen hängt zwischen den Häusern wie ein grauer Vorhang und irgendwo oberhalb der Dächer verschwinden die Berge halb in den Wolken. Auf den Straßen laufen trotzdem Menschen. Allerdings mit Schirmen und Regenjacken. Funktionskleidung scheint hier ohnehin weniger Mode zu sein als […]

Servus, Nebelhorn.

Es ist Sonntagmorgen. Kurz nach sechs. Die Straßen von Oberstdorf wirken ruhig. Ich frühstücke ordentlich. Zwei Brote. Ein Stück Hefezopf. Kaffee natürlich. Sehr viel Kaffee sogar. Wandern ohne Kaffee ist im Grunde nur zielloses Gehen mit schlechter Laune. Gegen halb acht schnüre ich die Wanderschuhe ungewöhnlich motiviert fest. Draußen leert die Stadtreinigung gerade die Mülltonnen […]

Am Nebelhorn.

Eigentlich wollte ich mit der Nebelhornbahn aufs Nebelhorn fahren. Wirklich. Der Plan klang vernünftig. Fast erwachsen. Bis ich vor der Talstation stand und feststellen musste, dass die Bahn erst wieder am 23. Mai öffnet. Also dachte ich, dass ich dann eben zu Fuß gehe. Kann ja nicht so schlimm sein. Der Weg führte durch Wälder, […]