Einträge von AltenoytherTorsten

Zwei Zigaretten bis zum Herbst

Der Morgen war noch nicht richtig wach. Er hatte angefangen, aber offenbar ohne groß Bock zu haben. Der Himmel war dunkel. Die Straßenlaternen brannten. Und die Häuser sahen aus, als würden sie für diese eine Stunde niemandem gehören. Als wären die Menschen darin nur vorübergehend verschwunden und kämen später zurück, sobald es sich draußen wieder […]

Vielleicht lag es an Oldenburg.

Samstagvormittag. Mitten in Oldenburg. Ich sitze im MA vor einem Strammen Max. Also dem Frühstück. Spiegelei, Salami statt Schinken, Brot. Nicht irgendeinem Typen namens Max, der den Vorabend noch nicht ganz verarbeitet hat. Dazu Kaffee. Groß. Schwarz. Gegenüber sitzt mein Lieblingsmensch vor einer bunten Stulle. Mit Avocado-Creme. Ich gucke zu ihr rüber. Sie guckt zurück. […]

Punkrockromantiker.

Ich glaub ja, ich bin ein Punkrockromantiker. Keine Ahnung, ob das ein echtes Wort ist. Vermutlich nicht. Umso besser. Echte Wörter haben sowieso viel zu oft Aktenordnercharakter. Punkrockromantiker klingt dagegen nach alten kaputten Chucks, viel zu lauten Gitarren und diesem einen Menschen, bei dem man plötzlich leiser wird. Nach zerknitterten Konzertkarten, Bahnsteigen um Mitternacht, schwarzem […]

Keinen Tag früher.

Irgendwo weit hinter dem Dorf strecken die Sonnenblumen ihre Köpfe Richtung Himmel. Sie flüstern leise, dass der Sommer bald vorbei sein wird. Noch liegt die Sonne warm über den Feldern. Noch riecht die Luft abends nach Staub, Gras und diesen langen Tagen, von denen man im Juni immer glaubt, sie würden niemals enden. Aber morgens […]

Narben vom Sommer

Mit etwas Glück bleibt da eine Narbe. Eine ziemlich große sogar. Direkt über meinem rechten Auge. Das Herz schlägt zwar links, aber vielleicht gehören Narben sowieso nicht dahin, wo das Herz sitzt. Vielleicht gehören sie ja dahin, wo man sie morgens im Spiegel sieht. Genau da, wo man hinguckt, bevor man sich Kaffee macht, die […]

Lautes Leben.

Komm, wir leihen uns nen Bulli und werfen alles hinten rein. Zwei Shirts. Zwei Hosen, alte Jacken. Auf viel mehr kommt es gar nicht an. Komm, wir scheißen ein paar Tage auf alles und fahren los. Keine Ahnung, wo wir schlafen. Wir haben einfach keinen Plan, nur die Straße vor den Reifen und dein Lachen […]

Scheiß auf Status.

Ich denke in letzter Zeit öfter darüber nach, dass Reichtum und Vermögen zwei völlig verschiedene Dinge sind. Klingt erstmal wie derselbe Kram. Ist es aber echt nicht. Vermögen ist ja das, was irgendwo auf einem Konto liegt. In Aktien steckt. In Häusern. Autos. Uhren. Dingen, die teuer sind und trotzdem nur herumstehen, sobald niemand hinguckt. […]

Bier. Vans. Glück.

Der 28. November steht im Kalender. Dick und fett. Hi! Spencer. Bremen. Ja. Noch Monate hin. Weiß ich. Eigentlich vollkommen bescheuert, sich jetzt schon darauf zu freuen. Vernünftige Menschen würden vermutlich sagen, man solle erst einmal abwarten. Bis November könne schließlich noch einiges passieren. Wetter. Termine. Bahnstreiks. Weltuntergang. Die Deutsche Bahn braucht für eine Katastrophe […]

Nicht in Seatle

Ich hab etwas gelernt. Die besten Geschichten beginnen selten vernünftig. Sie beginnen nachmittags und enden nachts. Mit zu lauter Musik. Mit einer Nachricht, die man eigentlich nicht mehr erwartet hatte. Mit einem Blick, der eine Sekunde zu lange bleibt. Mit zwei Menschen, die beide so tun, als wäre das hier gerade alles völlig harmlos. Ist […]

Wo es begann.

Ich weiß nicht mehr genau, welcher Song zuerst lief. Vielleicht Madsen. Vielleicht Hi! Spencer. Vielleicht irgendwas mit Gitarren, das schon in den ersten zehn Sekunden klang, als würde gleich jemand eine Tür eintreten, hinter der ich jahrelang gesessen hatte. Ist im Grunde auch scheißegal. Wichtig ist nur: Die Musik war laut. Echt keine Hintergrundmusik. Nicht […]