Einträge von AltenoytherTorsten

Zuhause. Mitten im Regen.

Am Freitag war in Langwedel Markt. So eine Art Kirmes. Oder Volksfest. Ich weiß nicht, wo da die genaue Grenze verläuft. Die Straßen waren gesperrt. Überall standen Buden. Es blinkte und leuchtete und an erstaunlich vielen Stellen konnte man Dinge kaufen, die entweder frittiert, gegrillt oder großzügig mit Zucker ausgestattet waren. Die Dunkelheit hatte sich […]

Und dann drücke ich auf Senden.

Ich habe keine Ahnung. Absolut nicht. Ich sehe mir an, was ich gerade vorhabe, und komme mir vor wie jemand, der vor einer Maschine steht, an der vierzehn Knöpfe blinken. Irgendwo hängt ein Kabel raus. Keine Ahnung, wofür das ist. Auf einem Schalter steht was, das vermutlich wichtig wäre, wenn ich wüsste, was es bedeutet. […]

Zwischen Delmenhorst und genug

Delmenhorst schläft noch. Jedenfalls sieht es aus dem Zug so aus. Ich sitze im IC Richtung Norddeich Mole. Bis Oldenburg. Der Zug steht an einer Einkaufspassage. EDEKA, ein Kino, ein Restaurant, ein Fitnesscenter. Die übliche Ansammlung von Möglichkeiten, Geld auszugeben, satt zu werden und den eigenen Körper anschließend dafür zur Verantwortung zu ziehen. Vor dem […]

Zwei Zigaretten bis zum Herbst

Der Morgen war noch nicht richtig wach. Er hatte angefangen, aber offenbar ohne groß Bock zu haben. Der Himmel war dunkel. Die Straßenlaternen brannten. Und die Häuser sahen aus, als würden sie für diese eine Stunde niemandem gehören. Als wären die Menschen darin nur vorübergehend verschwunden und kämen später zurück, sobald es sich draußen wieder […]

Vielleicht lag es an Oldenburg.

Samstagvormittag. Mitten in Oldenburg. Ich sitze im MA vor einem Strammen Max. Also dem Frühstück. Spiegelei, Salami statt Schinken, Brot. Nicht irgendeinem Typen namens Max, der den Vorabend noch nicht ganz verarbeitet hat. Dazu Kaffee. Groß. Schwarz. Gegenüber sitzt mein Lieblingsmensch vor einer bunten Stulle. Mit Avocado-Creme. Ich gucke zu ihr rüber. Sie guckt zurück. […]

Punkrockromantiker.

Ich glaub ja, ich bin ein Punkrockromantiker. Keine Ahnung, ob das ein echtes Wort ist. Vermutlich nicht. Umso besser. Echte Wörter haben sowieso viel zu oft Aktenordnercharakter. Punkrockromantiker klingt dagegen nach alten kaputten Chucks, viel zu lauten Gitarren und diesem einen Menschen, bei dem man plötzlich leiser wird. Nach zerknitterten Konzertkarten, Bahnsteigen um Mitternacht, schwarzem […]

Keinen Tag früher.

Irgendwo weit hinter dem Dorf strecken die Sonnenblumen ihre Köpfe Richtung Himmel. Sie flüstern leise, dass der Sommer bald vorbei sein wird. Noch liegt die Sonne warm über den Feldern. Noch riecht die Luft abends nach Staub, Gras und diesen langen Tagen, von denen man im Juni immer glaubt, sie würden niemals enden. Aber morgens […]

Narben vom Sommer

Mit etwas Glück bleibt da eine Narbe. Eine ziemlich große sogar. Direkt über meinem rechten Auge. Das Herz schlägt zwar links, aber vielleicht gehören Narben sowieso nicht dahin, wo das Herz sitzt. Vielleicht gehören sie ja dahin, wo man sie morgens im Spiegel sieht. Genau da, wo man hinguckt, bevor man sich Kaffee macht, die […]

Lautes Leben.

Komm, wir leihen uns nen Bulli und werfen alles hinten rein. Zwei Shirts. Zwei Hosen, alte Jacken. Auf viel mehr kommt es gar nicht an. Komm, wir scheißen ein paar Tage auf alles und fahren los. Keine Ahnung, wo wir schlafen. Wir haben einfach keinen Plan, nur die Straße vor den Reifen und dein Lachen […]

Scheiß auf Status.

Ich denke in letzter Zeit öfter darüber nach, dass Reichtum und Vermögen zwei völlig verschiedene Dinge sind. Klingt erstmal wie derselbe Kram. Ist es aber echt nicht. Vermögen ist ja das, was irgendwo auf einem Konto liegt. In Aktien steckt. In Häusern. Autos. Uhren. Dingen, die teuer sind und trotzdem nur herumstehen, sobald niemand hinguckt. […]