Einträge von AltenoytherTorsten

Der Typ im Sprinter.

Vor dem Supermarkt standen ein paar Menschen unter dem Vordach und warteten darauf, dass der Regen sich wieder beruhigte. Vor zehn Minuten hatte noch die Sonne geschienen. Jetzt prasselte das Wasser auf das Pflaster, als hätte jemand beschlossen, den Himmel einmal komplett durchzuspülen. Über den Dächern hing eine dunkle Wolke. Weiter hinten war der Himmel […]

Kasse 3.

Der Supermarkt ist voller als sonst. Schon am Eingang stehen viele Menschen mit Einkaufswagen. Für einen Moment frage ich mich, ob ich einen Feiertag übersehen habe. Irgendeinen geheimen Feiertag vielleicht, von dem nur Rentner und Menschen mit Familien-WhatsApp-Gruppen etwas wissen. Nein. Pfingsten ist vorbei. Der nächste Feiertag liegt noch weiter Ferne. Es gibt eigentlich keinen […]

5 Dinge,

Der Mai geht vorbei und ich bin, ehrlich gesagt, nicht besonders böse drum. Es war kein schlimmer Monat. Aber eben auch keiner, von dem man später romantisch erzählt, nur weil irgendwo ein paar Abende lang schönes Licht durch die Fenster gefallen ist. Dieser Mai war eher ein Monat aus der Kategorie: „Schmeckt gut, musst du […]

YOU VS. YOU

Laufen ist eigentlich erstaunlich ähnlich wie Therapie. Der Unterschied besteht hauptsächlich darin, dass bei der Therapie meistens jemand zuhört und beim Laufen irgendwann die eigenen Knie weh tun. Am Anfang muss ich mich jedes Mal überwinden. Nicht viel. Aber genug, um kurz darüber nachzudenken, ob heute vielleicht auch ein guter Tag wäre, einfach zu Hause […]

Was keiner sieht

Die sozialen Netzwerke sind manchmal ein seltsamer Ort. Einfach, weil dort fast niemand auf die Idee kommt, die weniger fotogenen Teile des Lebens zu zeigen. Man sieht Sonnenuntergänge. Frühstück auf Holztischen. Menschen, die irgendwo auf Felsen sitzen und in die Ferne schauen, als wäre das der einzige Platz auf der Welt, an dem man wirklich […]

Am Küchentisch.

Es beginnt ja eher selten mit diesen großen Momenten. Nicht mit einer Kündigung. Nicht mit einem Nervenzusammenbruch. Nicht mit dieser dramatischen „Ich ändere jetzt alles“ Attitude. Manchmal reicht eine Tasse Kaffee am Morgen. Ein einfaches Gespräch. Zwei Menschen an einem Tisch, die sich was erzählen. Man spricht über dies. Über das. Über Dinge, die eigentlich […]

Am Dienstag danach.

Dieser Dienstag nach Pfingsten. Das Tragische an diesen sonnigen Dienstagen nach Feiertagen ist ja, dass die Natur einfach komplett unrealistische Erwartungen ans Leben erzeugt. Draußen sieht alles so aus, als müsste man eigentlich irgendwo mit einem Kaffee auf einem Holzsteg sitzen. Am Wasser natürlich. Dabei leicht verpeilt in die Gegend schauen. Vielleicht eine dünne Jacke […]

Fjällräven.

Samstag. Bestes Wetter und ich irgendwo zwischen Frühstück und Mittagessen. Die Stadt ist voll. Wirklich voll. Menschen sitzen vor Cafés, trinken Aperol, obwohl es noch nicht mal richtig Nachmittag ist. Daydrinking heißt das mittlerweile. Andere laufen mit Einkaufstaschen herum, als gäbe es am Montag plötzlich keine Geschäfte mehr. Okay, ist ja auch so. Montag ist […]

Lass sie.

Unser Gehirn ist ja eigentlich ein erstaunlich vernünftiges Organ. Solange alles ruhig läuft natürlich. Dann sitzt vorne im Gehirn der präfrontale Kortex am Steuer, schaut sich die Dinge an, analysiert Situationen und tut so, als wären wir emotional halbwegs erwachsene Menschen. Wir denken nach, entscheiden logisch und bleiben komplett gelassen. Im Idealfall zumindest. Kacke wird […]

Irgendwo am Wasser.

Die letzten Wochen fühlten sich an, als hätte mir jemand mehrere vollkommen unterschiedliche Leben ineinander geschoben. Ich war nachts in Städten. An Bahnhöfen voller Menschen, die irgendwohin wollten oder längst nirgendwo mehr ankamen. Polizeieinsätze zwischen blinkendem Blaulicht und genervten Lautsprecherdurchsagen. Menschen mit abgetragenen Jacken und Decken, die nicht mehr aussahen, als hätten sie in letzter […]