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KANNSTE DIR NICHT AUSDENKEN.

Ein Newsletter über den ganz normalen Wahnsinn.

Über das Single-Leben mit Mitte vierzig. Über Nachrichten, die man dreimal liest, obwohl da eigentlich nur „Okay“ steht. Über Dates, bei denen nach fünf Minuten klar ist, dass man lieber allein einen Döner essen würde. Über Konzerte, viel zu laute Musik, klebrige Böden und diesen einen Refrain, bei dem plötzlich alles wieder richtig ist. Es geht um Partys, auf denen man entweder viel zu früh geht oder morgens irgendwo sitzt und keine Ahnung hat, wann der Abend eigentlich eskaliert ist. Um Kaffee. Um Zigaretten. Um Zugfahrten, spontane Pläne, neue Menschen und alte Geschichten. Es geht um dieses Leben, das selten vernünftig, häufig chaotisch und manchmal verdammt großartig ist. Um Situationen, bei denen man kurz den Kopf schüttelt und denkt: Kannste dir nicht ausdenken.

Musst du auch nicht.

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Unterwegs gesehen.

Fotos

Am Nebelhorn.

https://www.torsten-luttmann.de/wp-content/uploads/2026/05/oberstdorf-im-mai-17.jpg 1707 2560 AltenoytherTorsten https://www.torsten-luttmann.de/wp-content/uploads/2026/08/logow.svg AltenoytherTorsten2026-05-10 15:28:052026-05-10 15:28:50Am Nebelhorn.

NICHT IRGENDWANN

Deine Bucket-List für ein echtes Leben

Es gibt Wörter, die klingen nach Möglichkeit, sind aber eigentlich scheiße. „Nur“ ist so ein Wort. Aber schlimmer ist „irgendwann“. Irgendwann verreise ich. Irgendwann schreibe ich ein Buch. Irgendwann sage ich, was ich wirklich denke. Irgendwann mache ich etwas Verrücktes, aber bitte erst, wenn Konto, Wetter, Rücken und innere Verfassung damit auch wirklich einverstanden sind.

Dieses Buch heißt deshalb NICHT IRGENDWANN. Es ist eine Bucket-List. Nicht, weil du ab morgen barfuß durch Patagonien laufen und dabei deine Kindheit aufarbeiten musst. Es geht einfacher. Du schreibst auf, was du erleben willst. Nicht, was vernünftig klingt. Nicht, was andere erwarten. Sondern das, was in dir leise randaliert.

Erst ganz unsortiert. Dann als Liste mit 100 Dingen. Große. Kleine. Dumme. Mutige. Vielleicht auch welche, bei denen man später sagt: „War unnötig, aber schön.“ Aber genau darum geht es. Um ein Leben, das nicht nur geplant, sondern gemacht wird. Wobei: nicht irgendwann. Genau das hatten wir ja gerade geklärt.

Der Aufbau ist simpel. Zuerst gibt es Platz zum Brainstormen. Dann wird sortiert. Und für jedes Ziel, jedes Vorhaben, jedes Projekt gibt es eine eigene Doppelseite. Also nicht einfach nur eine weitere Liste, die später beleidigt in einer Schublade liegt, sondern ein echter Fahrplan.

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Ja. Moin. Guck, die ersten Stoppelfelder sind da. Ja. Moin. Guck, die ersten Stoppelfelder sind da. Wie so eine erste Erinnerung des Sommers, dass der Herbst längst irgendwo seine Jacke sucht. Schlimm finde ich das jetzt nicht. Ich war heute allein unterwegs. Kamera, Wasser und ein Rucksack voller Kram, den ich vermutlich nicht brauchen würde, die aber aus Gründen trotzdem mitmussten. Man will ja vorbereitet sein. Auf Motive. Durst. Wetterumschwünge. Oder den spontanen Zusammenbruch der Zivilisation auf einem Feldweg. Kann ja sein. 🤷🏻‍♂️

Es war warm, still und roch trotzdem schon ein bisschen nach Spätsommer. Nach trockenen Feldern, Staub und diesem ersten leisen Gefühl, dass die Tage bald wieder kürzer werden. Spoiler: werden sie.

Ich mag das. Die Vorfreude auf den Herbst. Allein loslaufen. Fotografieren. Nichts müssen. Nur gucken, was unterwegs passiert. Und falls nichts passiert, hat man immerhin Wasser dabei.

Seid ihr noch mitten im Sommer oder habt ihr auch schon Bock auf Herbst?
Manchmal sehe ich aus, als hätte mir gerade jemand Manchmal sehe ich aus, als hätte mir gerade jemand erklärt, dass man sein Leben in Quartalsziele einteilen sollte, und ich müsste kurz darüber nachdenken, was noch mal ein Quartal ist. Passiert mir öfter. 🤷🏻‍♂️

Das Foto ist natürlich gestellt. So ehrlich muss ich ja mal sein. Ich stehe nicht zufällig Freitags zwischen großen Blättern herum und denke über Quartalsziele nach. Obwohl man mir das vermutlich zutrauen würde.

Egal. Ich stehe dann jedenfalls irgendwo, gucke einfach in die Gegend und tue nach außen so, als hätte ich einen Plan. Aber innen läuft irgendeine Mischung aus Kaffee, Restmüdigkeit, Trotz und der Frage, ob man eigentlich noch rechtzeitig losfährt. Wohin auch immer. Keine Ahnung.

Vielleicht ist das am Ende gar kein schlechter Zustand. Nicht alles sortiert. Nicht alles fertig. Nicht alles verstanden. Trotzdem geschnallt, dass das Leben nicht immer ein Streichelzoo ist und echte Freunde auch nicht jeden Beitrag liken müssen, um echt zu sein. Wobei ich zu wenig Freunde habe, um das wissenschaftlich belastbar auszuwerten. Also eigentlich keine.

Aber gut.

Dafür habe ich Instantkaffee, Resttrotz und ein Gesicht, das in jeder Lebenslage aussieht, als würde es gleich eine unschöne Wahrheit aussprechen. Und vielleicht reicht das ja erst mal. Man muss nicht jeden Moment kapieren. Oder jeden Menschen verstehen. Man muss nicht immer wissen, wohin man fährt. Man muss nur irgendwann aufhören, am Rand zu stehen und auf den perfekten Augenblick zu warten.

Der kommt nämlich selten mit Ansage. Meistens steht er einfach da. Zwischen großen Blättern, halbem Licht und einem Gesichtsausdruck, der sagt: „Ich bin nicht schlecht gelaunt. Ich bin nur kurz dabei, mein Leben zu sortieren. Und leider gibt es da keine Bedienungsanleitung. Fuck.“
Es gibt ja Lieder, die hört man nicht einfach. Es Es gibt ja Lieder, die hört man nicht einfach. Es gibt Lieder, die laufen irgendwo im Hintergrund mit. Jahre lang. Bei Autofahrten. Im Zug. Nach guten Tagen. Nach beschissenen Tagen. Und irgendwann gehören sie nicht mehr nur in eine Playlist, sondern zum eigenen Leben.

Sweet Child O’ Mine ist für mich genau so ein Song. Und falls irgendwann der letzte Tag kommt, an dem ich die Augen schließe, dann wünsche ich mir, dass genau dieses Lied das letzte ist, das ich höre. 

Es gäbe deutlich schlechtere Möglichkeiten, sich zu verabschieden.
Ich stand bestimmt fünf Minuten vor dem Schaufenst Ich stand bestimmt fünf Minuten vor dem Schaufenster, was voll lange ist. Nicht, weil ich plötzlich beschlossen hatte, in die Dolomiten auszuwandern oder ab sofort nur noch Outdoorklamotten zu tragen. Wobei… gegen beides hätte ich ehrlich gesagt nichts einzuwenden. 

Nee. Ich mag diese Vorstellung einfach. Rucksack. Loslaufen. Keine Termine. Kein Zeitdruck. Einfach draußen sein. 

Vielleicht bin ich aber auch stehen geblieben, weil ich sowieso noch neue Hosen für den Herbst brauche. Ordentliche Hosen für draußen. Keine, die im Büro gut aussehen. Sondern solche, die Regen, Matsch, Geröll, Lagerfeuer, Bauwagen, Wald und so Freitags-los-und-Sonntags-zurück-Wochenenden mitmachen. Hosen, die dreckig werden dürfen, ohne dass man sich dafür entschuldigen muss.

@nichtirgendwann
Ich laufe gerne über Feldwege. Nicht, weil es dort Ich laufe gerne über Feldwege. Nicht, weil es dort unfassbar schön ist. Meistens liegt da nur Matsch. Oder Staub. Aber immerhin trifft man dort deutlich weniger Menschen. Manchmal sogar gar keine. Und das erhöht die Wahrscheinlichkeit auf einen geilen Spaziergang erheblich.
Mein Gesicht spiegelt meine Stimmung gerade nicht Mein Gesicht spiegelt meine Stimmung gerade nicht wider. Ehrlich gesagt tut es das selten. Innen Pommes und Kino. Außen Finanzamt. Ist seit Jahren so. Kannste nichts machen. 🤷🏻‍♂️

Torsten Luttmann

Jahrgang 1981. Erst Groß- und Außenhandel. Lagerhallen, Paletten, Baustoffe und Hände, die abends wussten, dass sie gearbeitet hatten. Später Marketing in einer Bank. Sitzungen, Abstimmungen, Hemden und Kalender, die aussahen, als wäre Ordnung bereits ein Lebensinhalt. War sie nicht.

Heute schreibt und fotografiert er. Über Menschen. Über Aufbrüche. Über Konzerte, Zugfahrten, beschissenen Kaffee, gute Abende und über dieses merkwürdige Leben, das regelmäßig sämtliche Pläne vom Tisch fegt und sich danach unschuldig danebenstellt. Seine Texte sind direkt, warm und manchmal rotzig. Sie tragen keine Krawatte und fragen auch nicht vorher, ob sie irgendwo anecken dürfen. Sie erzählen vom echten Kram. Von Dingen, die wehtun. Von Dingen, die wieder Bock machen. Und von Momenten, in denen plötzlich ein Refrain einsetzt und der ganze verdammte Tag doch noch die Kurve bekommt.

Auch seine Fotos suchen keine perfekte Welt. Keine gestellten Helden. Keine glattgezogenen Wahrheiten. Lieber Menschen, Bewegung, Schweiß, Licht, Nähe und genau den Moment, in dem jemand für eine Sekunde vergisst, wie man angeblich wirken sollte. Torsten beobachtet das Leben. Aber nicht mehr vom Rand. Er steckt mittendrin. Musik an. Kamera auch. Und los.

Alle Fotos © 2025 Torsten Luttmann - IMPRESSUM | DATENSCHUTZ
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