NACHMITTAGE.
Früher habe ich ziemlich viel verpasst. Nicht, weil ich nicht da war. Ich war da. Ich habe nur irgendwann aufgehört, richtig hinzusehen. Habe funktioniert, genickt, Termine eingehalten und viel zu oft gedacht: Machste später. Scheiß auf später.
Heute drehe ich die Musik wieder auf. Gitarren dürfen scheppern. Entscheidungen dürfen unvernünftig sein. Ich stehe nach jedem Sturz wieder auf, verzeihe schneller, küsse langsam und halte mich lieber an Menschen als an Fünfjahrespläne. Ich will wieder merken, wenn das Leben passiert. Wenn jemand wichtig wird. Wenn ein Song trifft. Wenn ein Nachmittag plötzlich größer wird als der ganze beschissene Rest der Woche.
Genau daraus entstehen Nachmittage. Meine Kolumne über Menschen, Musik, Liebe, Abschiede, kaputte Pläne, gute Umwege und alles, was ein bisschen zu laut, zu nah oder zu echt ist, um einfach vorbeizugehen. Der Rest kann warten. Musik an. Hinschauen. Aufschreiben.
Sechs Normale.
Kurz vor acht. Vor der Bäckerei standen ein paar ältere Herren, die sich dort nicht verabredet hatten, sondern einfach vom Leben dort abgestellt worden sind. Jeder mit seiner eigenen Haltung zum Sonntag. Einer mit verschränkten Armen. Einer mit den Händen auf dem Rücken. Man kennt das. Und einer mit einem Blick, der bereits mehr über […]
Ohne Theater.
Über Haftbefehl, Kollegah, Farid Bang, Shindy, Bushido und wie sie alle heißen, kann man ja sagen, was man will. Und die meisten Menschen tun das ja auch. Sehr gern sogar. Man kann über die Texte streiten. Über Inhalte sowieso. Über Auftreten, Sprache, Gesten, Videos, Sonnenbrillen in geschlossenen Räumen und über diese bemerkenswerte Fähigkeit, jeden Raum […]
Heiligabend wartet.
Und ich plane schon...
Es ist Sonntag, der 14. Juni. Draußen wirkt der Tag schon so, als hätte er noch einiges vor. Aber ich weiß nicht genau, was. Ich sitze seit kurz nach vier Uhr am MacBook. Im Haus ist es still. Nur der Kaffee steht neben mir und sieht aus, als hätte er nicht damit gerechnet, schon gebraucht […]
Das mit den Freunden.
Eine Theorie in Boxershorts.
Es ist 4:30 Uhr. Ein Donnerstag. Kein besonderer Tag. Nichts ist passiert. Und ich habe gerade darüber nachgedacht, wie oft Menschen von ihren Freunden sprechen. Meine Freunde hier. Meine Freunde da. Auf Instagram sehe ich Fotos von Menschen, die sich mit Menschen treffen. Kaffee, Feiern, spazieren, Urlaub. Und ich sitze in Boxershorts auf der Bettkante […]
Wenn ich tot bin.
Einige Anmerkungen...
Vor ein paar Tagen saß ich mit meinem Vater am Küchentisch. Draußen regnete es. Nicht besonders stark. Eher dieser gleichmäßige Regen norddeutscher Art, der irgendwann einfach dazugehört. Im Raum roch es nach Kaffee und ein bisschen nach dem schwarzen Tee, den mein Vater seit Jahren trinkt. Er las die Zeitung online. Zumindest sah es so […]