Notizen.
Nicht jede Geschichte beginnt mit einer Explosion, einer Verfolgungsjagd oder einem geheimnisvollen Brief. Die meisten beginnen mit kaltem Kaffee. Oder mit Regen gegen eine Fensterscheibe. Mit einer verspäteten Bahn. Mit einem Nachbarn am Gartentor. Mit einem Hotelzimmer irgendwo zwischen hier und da. Mit einem Mann, so laut telefoniert, dass plötzlich eine Fußgängerzone über seine Scheidung, seinen Bandscheibenvorfall und die aktuelle Situation mit Petra Bescheid weiß. Die Texte hier entstehen genau an solchen Orten. Unterwegs. In Cafés. Auf Bahnsteigen. In Wartezimmern. Auf Dorfstraßen. Überall dort, wo Menschen versuchen, ihren Alltag einigermaßen vernünftig zu organisieren und regelmäßig daran scheitern.
Manche Geschichten sind wirklich passiert. Andere nicht ganz. Wieder andere beginnen mit einer kleinen Beobachtung und entwickeln anschließend ein bemerkenswertes Eigenleben. So ähnlich wie Schwiegermütter. Aber am Ende geht es hier nicht um große Abenteuer. Sondern um die vielen kleinen Geschichten, die direkt vor unserer Nase stattfinden. Um Menschen. Um Zufälle. Um Missverständnisse. Um die seltsame Tatsache, dass wir Smartphones bauen, die mit Satelliten kommunizieren können, aber trotzdem an Selbstbedienungskassen scheitern wie Höhlenmenschen an einer Schiebetür. Und genau deshalb schreibe ich sie auf. Bevor sie verschwinden.
5 Dinge,
die ich gelernt habe.
Der Mai geht vorbei und ich bin, ehrlich gesagt, nicht besonders böse drum. Es war kein schlimmer Monat. Aber eben auch keiner, von dem man später romantisch erzählt, nur weil irgendwo ein paar Abende lang schönes Licht durch die Fenster gefallen ist. Dieser Mai war eher ein Monat aus der Kategorie: „Schmeckt gut, musst du […]
YOU VS. YOU
4:30 Uhr. Laufschuhe. Los.
Laufen ist eigentlich erstaunlich ähnlich wie Therapie. Der Unterschied besteht hauptsächlich darin, dass bei der Therapie meistens jemand zuhört und beim Laufen irgendwann die eigenen Knie weh tun. Am Anfang muss ich mich jedes Mal überwinden. Nicht viel. Aber genug, um kurz darüber nachzudenken, ob heute vielleicht auch ein guter Tag wäre, einfach zu Hause […]
Was keiner sieht
und doch passiert.
Die sozialen Netzwerke sind manchmal ein seltsamer Ort. Einfach, weil dort fast niemand auf die Idee kommt, die weniger fotogenen Teile des Lebens zu zeigen. Man sieht Sonnenuntergänge. Frühstück auf Holztischen. Menschen, die irgendwo auf Felsen sitzen und in die Ferne schauen, als wäre das der einzige Platz auf der Welt, an dem man wirklich […]
Am Küchentisch.
Kaffee, Freiheit, Pizza Hawaii.
Es beginnt ja eher selten mit diesen großen Momenten. Nicht mit einer Kündigung. Nicht mit einem Nervenzusammenbruch. Nicht mit dieser dramatischen „Ich ändere jetzt alles“ Attitude. Manchmal reicht eine Tasse Kaffee am Morgen. Ein einfaches Gespräch. Zwei Menschen an einem Tisch, die sich was erzählen. Man spricht über dies. Über das. Über Dinge, die eigentlich […]
Am Dienstag danach.
Alle leicht beldeidigt.
Dieser Dienstag nach Pfingsten. Das Tragische an diesen sonnigen Dienstagen nach Feiertagen ist ja, dass die Natur einfach komplett unrealistische Erwartungen ans Leben erzeugt. Draußen sieht alles so aus, als müsste man eigentlich irgendwo mit einem Kaffee auf einem Holzsteg sitzen. Am Wasser natürlich. Dabei leicht verpeilt in die Gegend schauen. Vielleicht eine dünne Jacke […]