Notizen.
Fakt ist ja, nicht jeder Tag eignet sich für eine große Geschichte. Manche bestehen einfach nur aus zu kaltem Kaffee, Regen gegen Fensterscheiben und Menschen, die im Supermarkt mit beeindruckender Ernsthaftigkeit an Tomaten drücken. Und trotzdem sind es oft genau diese Tage, die später wieder auftauchen. Viele Texte hier entstehen genau daraus. Aus Beobachtungen unterwegs. Aus Gesprächen in Cafés. Aus Bahnfahrten neben Menschen, die laut telefonierend ihr gesamtes Beziehungsdrama mit Waggon 4 teilen möchten. Aus Wanderungen, Hotelzimmern und diesen merkwürdig stillen Momenten dazwischen, in denen einem plötzlich auffällt, wie seltsam und gleichzeitig komisch Menschen eigentlich sind. Wahrscheinlich man selbst eingeschlossen.
Manche Geschichten sind nah an der Wirklichkeit. Andere entstehen nur aus einem Gedanken oder einer Szene, die kurz hängen geblieben ist. Am Ende geht es vielleicht einfach darum, Geschichten aufzuschreiben, bevor sie verschwinden. Oder wenigstens darum, den alltäglichen Wahnsinn in etwas zu verwandeln, das sich später besser liest, als es sich in dem Moment angefühlt hat.
Ein leiser Dezembertag.
Vom Gehen, vom Bleiben und von Dingen, die nichts wollen.
Der Samstag vor dem dritten Advent. Ein Tag im Dezember. Der Morgen war schon hell. Hell genug, um alles zu zeigen, aber weich genug, um nichts zu verraten. Vom Hügel aus konnte ich zur Stadt blicken. Verträumt lag sie da. Der Kirchturm wie ein dünner Strich in einem Himmel, der keine Meinung hatte. Die Luft […]
Die stille Jahreszeit.
Von Momenten, die bleiben, wenn alles leiser wird.
Ein Tag im Dezember. Der Morgen lag schwer über den Hügeln, als hätte die Nacht vergessen, sich ganz zurückzuziehen. Dünner Nebel hing zwischen den Tannen, grau wie der Atem eines alten Tieres. Der Regen war kaum mehr als ein Flüstern, ein leiser Rhythmus auf den kahlen Ästen, die sich unter der Last des Jahres beugten. […]
Der Moment dazwischen.
Ein Atemzug zwischen zwei Leben.
Die Straßen um Arnsberg wirkten, als hätte jemand die Welt leiser gestellt. Sieben Grad. Feiner Regen. Regen, der alles dunkel glänzen ließ. Die Felder. Die Dächer. Die langen Wege, die hinauf in die Wälder führten. Die Luft roch nach nassem Laub. Nach etwas, das vergeht, ohne Spuren zu hinterlassen. Über den Hängen lagen die Wolken […]
Vor dem Licht.
Ein Flimmern im frühen Dezember.
Auf dem alten Holztisch liegt noch ein Buch. Aufgeschlagen. Seine Seiten atmen die Müdigkeit eines langen Tages aus. Fast so, als hätten sie selbst aufgegeben, weiterzuerzählen. Das Licht einer Straßenlaterne fällt durch ein Fenster flach darüber. Ein schiefer Winkel aus Abendrest und Schweigen, fast wie das Leben selbst. Ein Satz darin bleibt einfach unberührt, als […]
Weiter, aber anders.
Von stillen Entscheidungen und der Freiheit danach.
Manchmal wirken die Tage, als hätten sie sich verlaufen. Als wären sie nur ein leiser Zwischenraum. Die Stiefel trocknen vom morgendlichen Spaziergang, der Kaffee kühlt aus, und der Boden unter den Füßen trägt die Müdigkeit wie eine alte Geschichte. Draußen läuft die Zeit weiter. Unbeirrt. Fast gleichgültig. Drinnen sitzt jemand im Halbdunkel, hört dem eigenen […]