Notizen.
Fakt ist ja, nicht jeder Tag eignet sich für eine große Geschichte. Manche bestehen einfach nur aus zu kaltem Kaffee, Regen gegen Fensterscheiben und Menschen, die im Supermarkt mit beeindruckender Ernsthaftigkeit an Tomaten drücken. Und trotzdem sind es oft genau diese Tage, die später wieder auftauchen. Viele Texte hier entstehen genau daraus. Aus Beobachtungen unterwegs. Aus Gesprächen in Cafés. Aus Bahnfahrten neben Menschen, die laut telefonierend ihr gesamtes Beziehungsdrama mit Waggon 4 teilen möchten. Aus Wanderungen, Hotelzimmern und diesen merkwürdig stillen Momenten dazwischen, in denen einem plötzlich auffällt, wie seltsam und gleichzeitig komisch Menschen eigentlich sind. Wahrscheinlich man selbst eingeschlossen.
Manche Geschichten sind nah an der Wirklichkeit. Andere entstehen nur aus einem Gedanken oder einer Szene, die kurz hängen geblieben ist. Am Ende geht es vielleicht einfach darum, Geschichten aufzuschreiben, bevor sie verschwinden. Oder wenigstens darum, den alltäglichen Wahnsinn in etwas zu verwandeln, das sich später besser liest, als es sich in dem Moment angefühlt hat.
Der letzte Monat.
Ein Übergang ohne Bedeutung.
Ich dachte, der Dezember kommt ohne Geräusch. Ein stiller Schnitt im Kalender. Aber das stimmt nicht. Heute Morgen hat der Frost eine dünne Haut über die Dinge gelegt. Nicht genug, um Spuren festzuhalten. Aber genug, um sie hörbar zu machen. Der Weg und das Gras knackten leise unter den Stiefeln, als hätte die Nacht versucht, […]
Die Ordnung der Dinge.
Alles läuft, bis einer stehen bleibt und fragt, warum.
Ich war nie ein Freund der großen Städte. Zu viel Beton. Zu viele Stimmen, die nichts sagen. Zu viele Gesichter ohne Namen. Mir ist das zu eng, obwohl alles riesig ist. Vielleicht liegt es daran, dass ich am Rand eines Dorfs groß geworden bin. Unter alten Eichen. Hinter dem Hof lagen echte Hektar. Felder bis […]
Am Ende des Weges.
Was war, darf liegen bleiben.
Als ich losging, war alles dunkel. Die Sonne lag noch hinter dem Horizont. Die Bäume wirkten im fahlen Licht des Mondes wie Schatten. Mit jedem Schritt, den ich ging, wurde der Tag etwas heller. Der Morgen lag schwer über den Feldern. Nebel verfing sich in der Landschaft und zwischen den Ästen der Kiefern und Eichen. […]
Wenn das Licht ausgeht.
Dreht sich trotzdem alles weiter.
Draußen ist der Wind müde geworden. Ich bin es auch. Nur ab und zu zieht er noch einmal durch die Straßen, fegt ein paar Blätter über die Hofeinfahrten, rüttelt hier und da kurz an Regenrinnen, als wolle er sich vergewissern, dass die Welt noch da ist. Im Büro ist es warm. Zu warm vielleicht. Der […]
Der Schimmelreiter.
Und die Jahre atmen.
Der Sturm flüstert seine eigene Geschichte. Der Regen spielt die Melodie dazu. Es ist einer dieser Morgen, an denen die Welt scheint, als hätte sie sich in sich selbst zurückgezogen. Das Wasser fällt schräg. Gepeitscht vom Wind, der durch die engen Gassen fährt und das Laub aufwirbelt. Es scheint fast so, als wolle er endlich […]