NACHMITTAGE.
Früher habe ich ziemlich viel verpasst. Nicht, weil ich nicht da war. Ich war da. Ich habe nur irgendwann aufgehört, richtig hinzusehen. Habe funktioniert, genickt, Termine eingehalten und viel zu oft gedacht: Machste später. Scheiß auf später.
Heute drehe ich die Musik wieder auf. Gitarren dürfen scheppern. Entscheidungen dürfen unvernünftig sein. Ich stehe nach jedem Sturz wieder auf, verzeihe schneller, küsse langsam und halte mich lieber an Menschen als an Fünfjahrespläne. Ich will wieder merken, wenn das Leben passiert. Wenn jemand wichtig wird. Wenn ein Song trifft. Wenn ein Nachmittag plötzlich größer wird als der ganze beschissene Rest der Woche.
Genau daraus entstehen Nachmittage. Meine Kolumne über Menschen, Musik, Liebe, Abschiede, kaputte Pläne, gute Umwege und alles, was ein bisschen zu laut, zu nah oder zu echt ist, um einfach vorbeizugehen. Der Rest kann warten. Musik an. Hinschauen. Aufschreiben.
Kasse 3.
Mitten im echten Leben.
Der Supermarkt ist voller als sonst. Schon am Eingang stehen viele Menschen mit Einkaufswagen. Für einen Moment frage ich mich, ob ich einen Feiertag übersehen habe. Irgendeinen geheimen Feiertag vielleicht, von dem nur Rentner und Menschen mit Familien-WhatsApp-Gruppen etwas wissen. Nein. Pfingsten ist vorbei. Der nächste Feiertag liegt noch weiter Ferne. Es gibt eigentlich keinen […]
5 Dinge,
die ich gelernt habe.
Der Mai geht vorbei und ich bin, ehrlich gesagt, nicht besonders böse drum. Es war kein schlimmer Monat. Aber eben auch keiner, von dem man später romantisch erzählt, nur weil irgendwo ein paar Abende lang schönes Licht durch die Fenster gefallen ist. Dieser Mai war eher ein Monat aus der Kategorie: „Schmeckt gut, musst du […]
YOU VS. YOU
4:30 Uhr. Laufschuhe. Los.
Laufen ist eigentlich erstaunlich ähnlich wie Therapie. Der Unterschied besteht hauptsächlich darin, dass bei der Therapie meistens jemand zuhört und beim Laufen irgendwann die eigenen Knie weh tun. Am Anfang muss ich mich jedes Mal überwinden. Nicht viel. Aber genug, um kurz darüber nachzudenken, ob heute vielleicht auch ein guter Tag wäre, einfach zu Hause […]
Was keiner sieht
und doch passiert.
Die sozialen Netzwerke sind manchmal ein seltsamer Ort. Einfach, weil dort fast niemand auf die Idee kommt, die weniger fotogenen Teile des Lebens zu zeigen. Man sieht Sonnenuntergänge. Frühstück auf Holztischen. Menschen, die irgendwo auf Felsen sitzen und in die Ferne schauen, als wäre das der einzige Platz auf der Welt, an dem man wirklich […]
Am Küchentisch.
Kaffee, Freiheit, Pizza Hawaii.
Es beginnt ja eher selten mit diesen großen Momenten. Nicht mit einer Kündigung. Nicht mit einem Nervenzusammenbruch. Nicht mit dieser dramatischen „Ich ändere jetzt alles“ Attitude. Manchmal reicht eine Tasse Kaffee am Morgen. Ein einfaches Gespräch. Zwei Menschen an einem Tisch, die sich was erzählen. Man spricht über dies. Über das. Über Dinge, die eigentlich […]