Notizen.
Fakt ist ja, nicht jeder Tag eignet sich für eine große Geschichte. Manche bestehen einfach nur aus zu kaltem Kaffee, Regen gegen Fensterscheiben und Menschen, die im Supermarkt mit beeindruckender Ernsthaftigkeit an Tomaten drücken. Und trotzdem sind es oft genau diese Tage, die später wieder auftauchen. Viele Texte hier entstehen genau daraus. Aus Beobachtungen unterwegs. Aus Gesprächen in Cafés. Aus Bahnfahrten neben Menschen, die laut telefonierend ihr gesamtes Beziehungsdrama mit Waggon 4 teilen möchten. Aus Wanderungen, Hotelzimmern und diesen merkwürdig stillen Momenten dazwischen, in denen einem plötzlich auffällt, wie seltsam und gleichzeitig komisch Menschen eigentlich sind. Wahrscheinlich man selbst eingeschlossen.
Manche Geschichten sind nah an der Wirklichkeit. Andere entstehen nur aus einem Gedanken oder einer Szene, die kurz hängen geblieben ist. Am Ende geht es vielleicht einfach darum, Geschichten aufzuschreiben, bevor sie verschwinden. Oder wenigstens darum, den alltäglichen Wahnsinn in etwas zu verwandeln, das sich später besser liest, als es sich in dem Moment angefühlt hat.
Neutral. Sicher.
Schwarz.
Das Leben ohne Auto ist ein anderes geworden. Langsamer vor allem. Früher stieg ich einfach ein, fuhr los und erledigte Dinge unterwegs. Einkaufen. Baumarkt. Hund einladen. Wald. Alles, ohne groß darüber nachzudenken. Das Auto stand vor der Tür wie ein sehr zuverlässiger, aber leicht überteuerter Freund, der immer Zeit hatte. Erst später begann ich auf […]
Vatertag.
Papa fährt nach Hause.
Christi Himmelfahrt. Vatertag. Oder einfach der einzige Feiertag, an dem Männer morgens um zehn bereits aussehen, als hätten sie die Nacht in einer Mischung aus Getränkemarkt, Tankstelle und mittelschwerer Lebenskrise verbracht. Ich glaube ja, so ganz genau weiß niemand, welches der beiden Feste mittlerweile eigentlich mehr gefeiert wird. Offiziell geht es um die Himmelfahrt Christi. […]
Elf Stunden.
Vielleicht beginnt genau jetzt etwas Gutes.
Zu Hause. Dort wartete diesmal allerdings nicht einfach nur Alltag. Eher dieses merkwürdige Gefühl, irgendwo zwischen Abschied und Neuanfang zu stehen. Viele Dinge, die vor ein paar Monaten noch selbstverständlich wirkten, tun das plötzlich nicht mehr. Keine eigene Wohnung. Die Erkenntnis, dass sich in den nächsten Monaten vermutlich vieles verändern wird. Ein anderer Ort vielleicht. […]
Fingerabdrücke.
Reisetagebuch VI
Dienstag. 6:30 Uhr. Oberstdorf. Marktplatz 5. Draußen beginnt der Ort langsam wach zu werden. Irgendwo fährt bereits ein Lieferwagen über das Pflaster. Kisten klappern. Wahrscheinlich Brötchenlieferung oder Getränkekisten. In Orten wie diesem klingt selbst der Morgen irgendwie nach Handwerk. Die Berge selbst, stehen noch halb im Schatten und wirken so ruhig, als hätten sie mit […]
Allein im Allgäu.
Reisetagebuch V
Über Oberstdorf liegt an diesem Morgen eine Art gedämpfte Ruhe. Alles wirkt leiser. Der Regen hängt zwischen den Häusern wie ein grauer Vorhang und irgendwo oberhalb der Dächer verschwinden die Berge halb in den Wolken. Auf den Straßen laufen trotzdem Menschen. Allerdings mit Schirmen und Regenjacken. Funktionskleidung scheint hier ohnehin weniger Mode zu sein als […]