Notizen.
Nicht jede Geschichte beginnt mit einer Explosion, einer Verfolgungsjagd oder einem geheimnisvollen Brief. Die meisten beginnen mit kaltem Kaffee. Oder mit Regen gegen eine Fensterscheibe. Mit einer verspäteten Bahn. Mit einem Nachbarn am Gartentor. Mit einem Hotelzimmer irgendwo zwischen hier und da. Mit einem Mann, so laut telefoniert, dass plötzlich eine Fußgängerzone über seine Scheidung, seinen Bandscheibenvorfall und die aktuelle Situation mit Petra Bescheid weiß. Die Texte hier entstehen genau an solchen Orten. Unterwegs. In Cafés. Auf Bahnsteigen. In Wartezimmern. Auf Dorfstraßen. Überall dort, wo Menschen versuchen, ihren Alltag einigermaßen vernünftig zu organisieren und regelmäßig daran scheitern.
Manche Geschichten sind wirklich passiert. Andere nicht ganz. Wieder andere beginnen mit einer kleinen Beobachtung und entwickeln anschließend ein bemerkenswertes Eigenleben. So ähnlich wie Schwiegermütter. Aber am Ende geht es hier nicht um große Abenteuer. Sondern um die vielen kleinen Geschichten, die direkt vor unserer Nase stattfinden. Um Menschen. Um Zufälle. Um Missverständnisse. Um die seltsame Tatsache, dass wir Smartphones bauen, die mit Satelliten kommunizieren können, aber trotzdem an Selbstbedienungskassen scheitern wie Höhlenmenschen an einer Schiebetür. Und genau deshalb schreibe ich sie auf. Bevor sie verschwinden.
Ohne Theater.
Über Haftbefehl, Kollegah, Farid Bang, Shindy, Bushido und wie sie alle heißen, kann man ja sagen, was man will. Und die meisten Menschen tun das ja auch. Sehr gern sogar. Man kann über die Texte streiten. Über Inhalte sowieso. Über Auftreten, Sprache, Gesten, Videos, Sonnenbrillen in geschlossenen Räumen und über diese bemerkenswerte Fähigkeit, jeden Raum […]
Heiligabend wartet.
Und ich plane schon...
Es ist Sonntag, der 14. Juni. Draußen wirkt der Tag schon so, als hätte er noch einiges vor. Aber ich weiß nicht genau, was. Ich sitze seit kurz nach vier Uhr am MacBook. Im Haus ist es still. Nur der Kaffee steht neben mir und sieht aus, als hätte er nicht damit gerechnet, schon gebraucht […]
Das mit den Freunden.
Eine Theorie in Boxershorts.
Es ist 4:30 Uhr. Ein Donnerstag. Kein besonderer Tag. Nichts ist passiert. Und ich habe gerade darüber nachgedacht, wie oft Menschen von ihren Freunden sprechen. Meine Freunde hier. Meine Freunde da. Auf Instagram sehe ich Fotos von Menschen, die sich mit Menschen treffen. Kaffee, Feiern, spazieren, Urlaub. Und ich sitze in Boxershorts auf der Bettkante […]
Wenn ich tot bin.
Einige Anmerkungen...
Vor ein paar Tagen saß ich mit meinem Vater am Küchentisch. Draußen regnete es. Nicht besonders stark. Eher dieser gleichmäßige Regen norddeutscher Art, der irgendwann einfach dazugehört. Im Raum roch es nach Kaffee und ein bisschen nach dem schwarzen Tee, den mein Vater seit Jahren trinkt. Er las die Zeitung online. Zumindest sah es so […]
In fünf Jahren.
Eine Prognose, ohne Gewähr.
Das Wartezimmer war überraschend voll. Nicht unangenehm voll. Eher diese besondere Art von voll, die man nur in Arztpraxen erlebt. Zehn Menschen in einem Raum, die alle so tun, als wären die anderen neun gar nicht da. Eine ältere Dame blätterte in einer Zeitschrift. Zwei Männer starrten auf ihre Smartphones. Ein dritter sah einfach nur […]