Notizen.
Fakt ist ja, nicht jeder Tag eignet sich für eine große Geschichte. Manche bestehen einfach nur aus zu kaltem Kaffee, Regen gegen Fensterscheiben und Menschen, die im Supermarkt mit beeindruckender Ernsthaftigkeit an Tomaten drücken. Und trotzdem sind es oft genau diese Tage, die später wieder auftauchen. Viele Texte hier entstehen genau daraus. Aus Beobachtungen unterwegs. Aus Gesprächen in Cafés. Aus Bahnfahrten neben Menschen, die laut telefonierend ihr gesamtes Beziehungsdrama mit Waggon 4 teilen möchten. Aus Wanderungen, Hotelzimmern und diesen merkwürdig stillen Momenten dazwischen, in denen einem plötzlich auffällt, wie seltsam und gleichzeitig komisch Menschen eigentlich sind. Wahrscheinlich man selbst eingeschlossen.
Manche Geschichten sind nah an der Wirklichkeit. Andere entstehen nur aus einem Gedanken oder einer Szene, die kurz hängen geblieben ist. Am Ende geht es vielleicht einfach darum, Geschichten aufzuschreiben, bevor sie verschwinden. Oder wenigstens darum, den alltäglichen Wahnsinn in etwas zu verwandeln, das sich später besser liest, als es sich in dem Moment angefühlt hat.
Lass sie.
Weniger Kontrolle. Mehr Ruhe.
Unser Gehirn ist ja eigentlich ein erstaunlich vernünftiges Organ. Solange alles ruhig läuft natürlich. Dann sitzt vorne im Gehirn der präfrontale Kortex am Steuer, schaut sich die Dinge an, analysiert Situationen und tut so, als wären wir emotional halbwegs erwachsene Menschen. Wir denken nach, entscheiden logisch und bleiben komplett gelassen. Im Idealfall zumindest. Kacke wird […]
Irgendwo am Wasser.
Wo der Lärm langsam endet.
Die letzten Wochen fühlten sich an, als hätte mir jemand mehrere vollkommen unterschiedliche Leben ineinander geschoben. Ich war nachts in Städten. An Bahnhöfen voller Menschen, die irgendwohin wollten oder längst nirgendwo mehr ankamen. Polizeieinsätze zwischen blinkendem Blaulicht und genervten Lautsprecherdurchsagen. Menschen mit abgetragenen Jacken und Decken, die nicht mehr aussahen, als hätten sie in letzter […]
Fluchtmodus.
Mit gepackten Taschen.
Ich glaube, normale Menschen packen ihre Taschen nach einer Reise irgendwann wieder aus. So richtig. Mit Schrank. Mit festen Plätzen für Sachen. Die Zahnbürste ins Bad. Das Ladekabel in irgendeine Schublade. Den Hoodie zurück an den Haken. Bei mir ist es momentan anders. Da bleibt vieles einfach liegen. Halb im Rucksack. Halb daneben. Als würde […]
Umwege.
Nachts im Hotel.
Einer der schlimmsten Sätze der deutschen Sprache. Direkt hinter „Der Drucker funktioniert nicht mehr“ und „Wir müssen die Unterlagen fürs Finanzamt noch zusammensuchen.“ Vielleicht sogar davor. Der Satz hat etwas Endgültiges. Niemand hört „Wir müssen reden“ und denkt anschließend: Ach schön, vielleicht geht es um Urlaubsplanung oder einen neuen Wasserkocher. Ich stand währenddessen mit einer […]
Großstadt.
Stress mit Straßenbahnanschluss.
Großstädte? Alter, die überfordern mich komplett. Allein schon beim bloßen Zuschauen. Nicht einmal wegen der Menschenmengen. Eher wegen dieser permanenten Gleichzeitigkeit von allem. Die Polizei brettert irgendwo durch die Innenstadt. Lieferdienste bringen irgendwelche Sachen in Windeseile. Und dann diese Menschen mit AirPods und einem Gesichtsausdruck, als würden sie gleichzeitig eine Firma leiten, einen Podcast aufnehmen […]