Einträge von AltenoytherTorsten

Vom Sterben der Dinge.

Es tickt… Irgendwo, während ich am Fenster sitze. Draußen fast nur Stille. Der Himmel hängt schwer über allem. Es ist einer dieser Tage, an denen die Welt so ruhig scheint, dass man das eigene Atmen hört. Der Dampf meiner Tasse verliert sich. Langsam. Das Licht ist gedämpft. Der Wind hat aufgehört, selbst die Bäume wirken, […]

Nach dem Regen.

Der Regen hat aufgehört. Und doch ist die Welt noch voll davon. An einem Haus läuft Wasser aus den Rinnen des Daches, sammelt sich am Rand der Straße und findet immer neue Wege, um irgendwohin zu verschwinden. Der Himmel ist bleigrau. Wie längst gebrauchte Leichentücher, ohne Kontur, als hätte er die Form vergessen. Die Felder […]

Die Geometrie der Zeit.

Und vielleicht ist die Zeit ja gar kein gerader Weg. Kein Strom, der uns irgendwohin führt. Vielleicht ist sie mehr wie ein Raum, der sich dehnt und zusammenzieht. Wie ein Atem, den man nicht kontrollieren kann. Die meisten Menschen glauben, sie würde vergehen, als könnte man sie verlieren, wenn man nicht aufpasst. Aber das stimmt […]

Bis es still wird.

Wir sind nur Geschichten, die sich selbst erzählen, bis sie verstummen. Zwischen Geburt und Tod ein paar Jahre, in denen wir glauben, irgendetwas zu verstehen. In den Fenstern spiegelt sich das Licht der Bildschirme, Gesichter leuchten kurz auf, verschwinden wieder. Menschen reden, ohne zuzuhören. Lachen, ohne Freude. Und irgendwo, mitten in all dem, sitzt jemand […]

Oktober.

Oktober. Er ist da. Er kam fast unscheinbar. Kein Feuerwerk. Kein lauter Auftakt. Nur ein sanftes Kippen der Tage. Leise, fast schüchtern. Man wacht auf und merkt, dass die Luft kühler ist, die Jacke am Haken plötzlich wieder Sinn hat. Auf den Straßen liegen Kastanien. Halb zertreten und doch glänzend wie Münzen, die niemand mehr […]

Das Sauerland aus der Luft.

Ein Flug über das Sauerland. Dichte Wälder, die sich bis zum Horizont ziehen. Hügel, die im Licht ihre Konturen wechseln. Vielleicht irgendwo bei Winterberg, vielleicht nahe Schmallenberg oder auf den Höhen bei Brilon. Orte, die vertraut wirken und doch im Geheimnis bleiben. Die Drohne folgt der Landschaft, gleitet über Baumkronen, über Wege, die im Grün […]

Der letzte Vorhang.

„Je mehr man über sich selbst und das, was man will, weiß, desto weniger lässt man an sich ran“, sagt Bill Murray in Lost in Translation. Ich schaue mich um. Das Licht im Raum ist gedämpft, die Luft still, als hielte sie etwas zurück. Zeit tropft von den Rändern, unbemerkt, fast so, als hätte sie […]

Kein Donnerschlag.

Der Kaffee auf dem Tisch ist halb leer, längst kalt, doch er gehört dazu wie das Schweigen zwischen zwei Sätzen. Draußen zieht die Welt ihre Bahnen, als wäre alles längst entschieden. Sterne stürzen vom Nachthimmel, ohne dass jemand es bemerkt. Vielleicht ist unser Leben nicht mehr als ein kurzer Wimpernschlag im Dunkel, ein Atemzug, der […]

Unterwegs mit Kalle.

Das Ziel? Die Bruchhauser Steine. Wir kamen an, Denise, Kalle und ich. Der Hund sprang aus dem Auto, schnupperte, markierte, als müsse er den Platz sofort zu seinem machen. Unsere Rucksäcke wurden geschultert, die Schuhe festgezogen, und schon waren wir unterwegs. Der Weg begann harmlos, Kies unter den Sohlen, Bäume dicht an dicht. Es roch […]

Wenn Sommer geht.

Der Sommer zieht vorbei. Die alten Fachwerkfassaden lehnen sich dicht aneinander, schwarz und weiß wie ein Gedicht, das niemand je zu Ende geschrieben hat. Auf den Pflastersteinen liegt das erste welke Laub. Man bemerkt es kaum, und doch erzählen die Blätter, dass diese Jahreszeit vergeht. Im Wind liegt der Geruch von feuchtem Holz, von einer […]