Einträge von AltenoytherTorsten

Die Welt ist größer.

Nach meiner gestrigen Runde mit Talko und einer Tasse Kaffee bin ich wieder losgelaufen. Einfach so. Die Kamera hatte ich mitgenommen, als bräuchte ich einen Grund, das Haus zu verlassen. Gefrühstückt hatte ich nicht. Irgendwann kam ich an einen Weg.  Dieser lag schon lange dort. Ich habe ihn nur nie genommen. Er führt am Rand […]

Ein Name weniger.

Auf dem Schreibtisch steht eine Tasse Kaffee. Schwarz. Ohne Zucker. Neben dem MacBook liegt ein dünner Film aus Staub, sichtbar nur, wenn das Licht schräg durchs Fenster fällt. Noch hebt sich der Morgen langsam aus der Dunkelheit. Alles wirkt aufgeräumt. Sauber. Manche Dinge erkennt man erst, wenn sich das Licht ändert. Auf der Wiese gegenüber […]

Zurücklassen.

Am Straßenrand liegt ein letzter Fetzen Schnee. Grau. Zusammengedrückt. Schmutzig. Er erinnert sich nicht mehr an den Winter, aus dem er stammt. Der Tag ist noch nicht angekommen. Es ist dunkel. Kalt. Aber die Luft ist klar. Klar wie meine Gedanken in diesem Moment. Das kommt in letzter Zeit selten vor. Meist sind sie zerfasert. […]

Ein Leben.

Dieses Wochenende habe ich keine Termine. Keine Verabredungen. Es wird niemanden geben, der etwas von mir will. Ab Freitagmittag bin ich praktisch nicht mehr existent. Ich tauche ab. Die Welt darf weiterlaufen. Nur eben ohne mich. Die einzige Person, die mich lebend sehen wird, ist der Pizzabote. Darauf freue ich mich mehr, als es vernünftig […]

Der leise Monat.

Es ist wieder Winter in der Stadt. Und Kaffee hilft nicht mehr. Die Tasse steht neben mir. Fast unangetastet. Meine Augen sind müde. Zu müde für diese Uhrzeit. Ich habe zu wenig geschlafen. Nicht ein bisschen. Viel zu wenig. Ich sitze am Fenster und schaue nach draußen. Unten zieht die Straße vorbei, als hätte sie […]

23. Dezember.

Es gibt Abende, an denen die Welt nicht einfach nur dunkel wird. Sie wird stiller. Dieser Abend gehört dazu. Kein Feiertag. Kein Versprechen. Nur ein dünnes Band aus Zeit, das sich zwischen die Tage legt wie ein Atemzug, den niemand laut ausspricht. Die Dörfer wirken, als hätte jemand die Stimmen herausgefiltert. Die Wege, die sonst […]

Wildwald

Der Weihnachtsmarkt begann mit Licht. Warmes Licht zwischen dunklen Bäumen. Feuerstellen, die langsam größer wurden, je näher man kam. Es roch nach Glühwein und Apfel-Zimt-Punsch, nach Holzrauch, nach Fett, das auf heißen Platten zischte. Stimmen lagen in der Luft, viele, aber keine dominant. Kinder blieben stehen, schauten, zogen an Ärmeln. Erwachsene hielten Becher in den […]

Ein leiser Dezembertag.

Der Samstag vor dem dritten Advent. Ein Tag im Dezember. Der Morgen war schon hell. Hell genug, um alles zu zeigen, aber weich genug, um nichts zu verraten. Vom Hügel aus konnte ich zur Stadt blicken. Verträumt lag sie da. Der Kirchturm wie ein dünner Strich in einem Himmel, der keine Meinung hatte. Die Luft […]

Die stille Jahreszeit.

Ein Tag im Dezember. Der Morgen lag schwer über den Hügeln, als hätte die Nacht vergessen, sich ganz zurückzuziehen. Dünner Nebel hing zwischen den Tannen, grau wie der Atem eines alten Tieres. Der Regen war kaum mehr als ein Flüstern, ein leiser Rhythmus auf den kahlen Ästen, die sich unter der Last des Jahres beugten. […]

Der Moment dazwischen.

Die Straßen um Arnsberg wirkten, als hätte jemand die Welt leiser gestellt. Sieben Grad. Feiner Regen. Regen, der alles dunkel glänzen ließ. Die Felder. Die Dächer. Die langen Wege, die hinauf in die Wälder führten. Die Luft roch nach nassem Laub. Nach etwas, das vergeht, ohne Spuren zu hinterlassen. Über den Hängen lagen die Wolken […]