Notizen.
Fakt ist ja, nicht jeder Tag eignet sich für eine große Geschichte. Manche bestehen einfach nur aus zu kaltem Kaffee, Regen gegen Fensterscheiben und Menschen, die im Supermarkt mit beeindruckender Ernsthaftigkeit an Tomaten drücken. Und trotzdem sind es oft genau diese Tage, die später wieder auftauchen. Viele Texte hier entstehen genau daraus. Aus Beobachtungen unterwegs. Aus Gesprächen in Cafés. Aus Bahnfahrten neben Menschen, die laut telefonierend ihr gesamtes Beziehungsdrama mit Waggon 4 teilen möchten. Aus Wanderungen, Hotelzimmern und diesen merkwürdig stillen Momenten dazwischen, in denen einem plötzlich auffällt, wie seltsam und gleichzeitig komisch Menschen eigentlich sind. Wahrscheinlich man selbst eingeschlossen.
Manche Geschichten sind nah an der Wirklichkeit. Andere entstehen nur aus einem Gedanken oder einer Szene, die kurz hängen geblieben ist. Am Ende geht es vielleicht einfach darum, Geschichten aufzuschreiben, bevor sie verschwinden. Oder wenigstens darum, den alltäglichen Wahnsinn in etwas zu verwandeln, das sich später besser liest, als es sich in dem Moment angefühlt hat.
YOU VS. YOU
4:30 Uhr. Laufschuhe. Los.
Laufen ist eigentlich erstaunlich ähnlich wie Therapie. Der Unterschied besteht hauptsächlich darin, dass bei der Therapie meistens jemand zuhört und beim Laufen irgendwann die eigenen Knie weh tun. Am Anfang muss ich mich jedes Mal überwinden. Nicht viel. Aber genug, um kurz darüber nachzudenken, ob heute vielleicht auch ein guter Tag wäre, einfach zu Hause […]
Was keiner sieht
und doch passiert.
Die sozialen Netzwerke sind manchmal ein seltsamer Ort. Einfach, weil dort fast niemand auf die Idee kommt, die weniger fotogenen Teile des Lebens zu zeigen. Man sieht Sonnenuntergänge. Frühstück auf Holztischen. Menschen, die irgendwo auf Felsen sitzen und in die Ferne schauen, als wäre das der einzige Platz auf der Welt, an dem man wirklich […]
Am Küchentisch.
Kaffee, Freiheit, Pizza Hawaii.
Es beginnt ja eher selten mit diesen großen Momenten. Nicht mit einer Kündigung. Nicht mit einem Nervenzusammenbruch. Nicht mit dieser dramatischen „Ich ändere jetzt alles“ Attitude. Manchmal reicht eine Tasse Kaffee am Morgen. Ein einfaches Gespräch. Zwei Menschen an einem Tisch, die sich was erzählen. Man spricht über dies. Über das. Über Dinge, die eigentlich […]
Am Dienstag danach.
Alle leicht beldeidigt.
Dieser Dienstag nach Pfingsten. Das Tragische an diesen sonnigen Dienstagen nach Feiertagen ist ja, dass die Natur einfach komplett unrealistische Erwartungen ans Leben erzeugt. Draußen sieht alles so aus, als müsste man eigentlich irgendwo mit einem Kaffee auf einem Holzsteg sitzen. Am Wasser natürlich. Dabei leicht verpeilt in die Gegend schauen. Vielleicht eine dünne Jacke […]
Fjällräven.
Plötzlich will man Elche kennen.
Samstag. Bestes Wetter und ich irgendwo zwischen Frühstück und Mittagessen. Die Stadt ist voll. Wirklich voll. Menschen sitzen vor Cafés, trinken Aperol, obwohl es noch nicht mal richtig Nachmittag ist. Daydrinking heißt das mittlerweile. Andere laufen mit Einkaufstaschen herum, als gäbe es am Montag plötzlich keine Geschäfte mehr. Okay, ist ja auch so. Montag ist […]