NACHMITTAGE.
Früher habe ich ziemlich viel verpasst. Nicht, weil ich nicht da war. Ich war da. Ich habe nur irgendwann aufgehört, richtig hinzusehen. Habe funktioniert, genickt, Termine eingehalten und viel zu oft gedacht: Machste später. Scheiß auf später.
Heute drehe ich die Musik wieder auf. Gitarren dürfen scheppern. Entscheidungen dürfen unvernünftig sein. Ich stehe nach jedem Sturz wieder auf, verzeihe schneller, küsse langsam und halte mich lieber an Menschen als an Fünfjahrespläne. Ich will wieder merken, wenn das Leben passiert. Wenn jemand wichtig wird. Wenn ein Song trifft. Wenn ein Nachmittag plötzlich größer wird als der ganze beschissene Rest der Woche.
Genau daraus entstehen Nachmittage. Meine Kolumne über Menschen, Musik, Liebe, Abschiede, kaputte Pläne, gute Umwege und alles, was ein bisschen zu laut, zu nah oder zu echt ist, um einfach vorbeizugehen. Der Rest kann warten. Musik an. Hinschauen. Aufschreiben.
Sechs Monate.
Einfach aus Spaß!
Fuck ey. Ich habe keinen Plan. Für einen Moment habe ich sogar vergessen, welchen Wochentag wir haben. Mittwoch? Donnerstag? Keine Ahnung. Ich sitze auf einem Gartenstuhl, habe die Füße hochgelegt und gucke in einen ziemlich blauen Himmel. Das ist einer von diesen Nachmittagen, an denen Zeit plötzlich keine besonders wichtige Rolle mehr spielt. Welches Datum […]
Eine ganz flotte Nummer.
Der Lautsprecher knackt. Kurz. Dieses Geräusch, bei dem man normalerweise erwartet, dass gleich jemand mit hörbarer Begeisterungslosigkeit erklärt, warum dieser Zug heute leider nur bis irgendwo fährt, wo eigentlich niemand wirklich hinwill. Nee. Diesmal nicht. „Guten Morgen. Ich bin Ihr Zugbegleiter. Herzlich willkommen im RS 30 von Bremen nach Bad Zwischenahn.“ Die Stimme klingt verdächtig […]
Einfach Leben
Es war ein besonderer Samstag. In der Nähe von Langwedel lag Nebel über den Wiesen. Nicht dieser dramatische Nebel, bei dem man erwartet, dass gleich irgendein skandinavischer Kommissar aus nem Volvo steigt und eine Leiche untersucht. Nee. Einfach Nebel. Flach. Über dem Gras. Ruhig. Fast unbeweglich. Kühe standen da und machten das, was Kühe seit […]
Der Weg nach unten.
Ich erinnere mich noch ziemlich genau daran, wie einmal jemand zu mir sagte, dass alles Schöne endlich sein müsse. Ich weiß sogar noch, wer es war. Wo wir waren. Wie dieser Satz fiel. Wahrscheinlich habe ich damals genickt, weil man bei solchen Sätzen eben nickt. Sie klingen richtig. Nach einer dieser Wahrheiten, die Menschen schon […]
Erntefest in Etelsen.
Die Straßen sind gesperrt. Nicht überall. Aber dort, wo später die Traktoren durchfahren sollen. Menschen stehen vor ihren Häusern. Sitzen auf Gartenstühlen am Straßenrand. Oder haben gleich ganze Tischgruppen nach draußen getragen. Kinder nutzen die Gelegenheit und machen das, was Kinder vermutlich immer machen würden, wenn Erwachsene ihnen häufiger die Straßen überlassen würden, sie nehmen […]