Über mich

Torsten Luttmann

Ich liebe Geschichten. Ich glaube, die meisten Menschen lieben Geschichten. Warum? Geschichten haben eine unvorstellbare Kraft. Geschichten sind zu einem großen Teil dafür verantwortlich, dass wir sind, wer wir sind. Und wenn Du jemanden in Deinen Bann ziehen möchtest, dann sage ihm: „Ich erzähle Dir eine Geschichte“.  

Mein Name ist Torsten Luttmann. Und wenn mich jemand fragt, was ich beruflich mache, antworte ich gerne, dass ich als Fotograf arbeite. Manchmal sage ich, dass ich Fotograf und Autor bin. Aber eigentlich bin ich Geschichtenerzähler.   

Worte haben die Kraft, eine Geschichte zu erzählen. Wenn sie gut gewählt sind, kannst Du mit Ihnen Emotionen erzeugen, Gefühle vermitteln und somit Inhalte transportieren, die im Gedächtnis bleiben. Auch Fotos haben diese Kraft. Auch sie können Geschichten erzählen, Emotionen wecken und beim Betrachter Gefühle auslösen. Und weil ich Worte und Fotos liebe, die eben genau das tun, bezeichne ich mich gerne als Mensch, der Geschichten erzählt.     

Torsten Luttmann. Fotograf.

Torsten Luttmann

Du kannst ein Bild für eine Woche anschauen und nie wieder daran denken. Andererseits kannst du ein Bild nur für 1 Sekunde anschauen und es nie wieder vergessen.

Joan Miró

Seit 2014 arbeite ich als Fotograf. Hauptberuflich. Vorher war ich als Marketingverantwortlicher in einem renommierten Kreditinstitut einer genossenschaftlichen Bankengruppe tätig. Doch als mir genau das keinen Spaß mehr machte, suchte ich nach einem anderen Weg, der mir mehr Freude bereiten würde. Und so kam ich zur Fotografie. Den Beruf des Fotografen habe ich nie erlernt. Ehrlich gesagt, zur Fotografie kam ich über einen Misserfolg in meinem Leben, über den ich heute eher schmunzeln muss. Weißt Du was? Ich erzähle Dir eine Geschichte.  

Es war ein herrlicher Tag. Die Sonne schien, der Himmel erstrahlte in seinem schönsten Blau. In der Luft konnte man den Geruch des Sommers spüren. Die Straßen in unserem kleinen Ort waren mit bunten Farben und Birkensträuchern geschmückt. Die Höfe waren, genau wie die Straßen, sauber gefegt. Alle im Dorf waren bester Laune, denn an diesem Tag wurde das traditionelle Schützenfest gefeiert. Ein Höhepunkt im Dorfleben. 

Ich selbst war noch recht jung. Grundschulalter. Vierte Klasse. Für den großen Festumzug, der an diesem Tag stattfinden sollte, hatten wir uns in der Schule bunte Stöcker gebastelt, die mit bunten Bändern und farbenfrohen Blumen verziert waren. Einige Wochen zuvor hatten wir Kinder uns im Schützenheim getroffen. Die Jungs schossen den Kinderkönig aus, die Mädchen die Scheibenkönigen. Für die Königwürde hatte es für mich nicht gereicht. Ehrlich gesagt, damals war ich froh drum. Ich freute mich trotzdem, denn auf dem Schützenfest sollte jeder Teilnehmer einen Preis erhalten. Und da ich teilgenommen hatte, würde auch ich einen Preis bekommen.   

Torsten Luttmann. Ein Name der an letzter Stelle fiel…

Nachdem der Umzug gelaufen und die Schützeninnen und Schützen sich im Festzelt versammelt hatten, wurde der Kinderkönig geehrt. Nach dem traditionellen Ehrentanz fand dann die Preisvergabe für alle anderen Teilnehmer statt. Gespannt lauschte ich den Worten des Redners und wartete nur darauf, dass mein Name fiel. Doch er fiel lange Zeit nicht. Gerade, als ich die Hoffnung schon aufgeben wollte, rief der Mann meinen Namen aus. Torsten Luttmann. Es war der letzte Name in einer sehr langen Reihe. Gespannt ging ich zur Bühne und ein anderer Mann reichte mir eine kleine Schachtel. Ich öffnete sie und fand darin eine kleine Kamera aus Plastik. 

Ich war enttäuscht. Traurig. Und zwar so sehr, dass ich keine Lust mehr auf das Schützenfest hatte. Ich ging nach Hause. Dort saß meine Oma in ihrem Sessel und schaute mich an. Natürlich wollte sie wissen, was meine kleine Seele so betrübt hatte. Anfangs wollte ich gar nichts sagen, die Kamera entsorgen und einfach nur weinen.

Aber dann erzählte ich doch alles und Oma lachte nur. Sie lachte. Dann stand sie auf, ging zu einer Schublade und holte eine kleine Schachtel an den Tisch. „Hier. Das hier ist ein Film. Den legen wir jetzt in die Kamera ein und dann hältst Du Deine Welt in Bildern fest. Und wenn der Film voll ist, schauen wir mal, was Du so gesehen hast. Einverstanden?

Ich war einverstanden. Und ich habe gelernt, dass ein Misserfolg immer auch eine Chance sein kann.

Torsten Luttmann. Autor.

Wahrscheinlich hast Du es bereits gemerkt. Ich fotografiere nicht nur gerne, ich liebe es auch zu schreiben. Schon als Kind liebte ich es, Aufsätze zu verfassen und somit Geschichten zu erzählen. Allerdings erfuhr diese Leidenschaft eine Pause und ich lernte, wie schnell erwachsene Menschen Kinder mit nur vier Worten brechen können.

Es war im sechsten Schuljahr. Deutschunterricht. Unsere Lehrerin betrat den Klassenraum und hielt in ihrem Arm einen großen Stapel blauer Hefte. Nach der Begrüßung verteilte sie die Hefte wortlos. Nur an meinem Tisch blieb sie stehen. „Torsten Luttmann. Du kannst nicht schreiben.

Ich blätterte zur letzten Seite und entdeckte eine rote Fünf unter meinem Aufsatz. Auch der nächste Aufsatz sollte nicht besser werden. Traurig fand ich mich damit ab und fragte nicht weiter nach. Sie war die Lehrerin, ich der Schüler. Und wenn sie sagte, dass ich etwas nicht kann, dann würde es wohl so sein. Kinder sind so leicht zu beeinflussen. 

Irgendwann begann ich trotzdem wieder zu schreiben. Aus Spaß. Aus Freude. Ich eröffnete meinen ersten Blog und verfasste Texte, die mir gefielen. Ehrlich gesagt, es war mir scheißegal, was andere darüber dachten. Doch die Rückmeldungen in den darauffolgenden Jahren waren mehr als positiv. Sie waren sogar so gut, dass Unternehmen mich fragten, ob ich nicht für sie schreiben könne, was ich dann immer öfter tat.  

Blogs. Und ein eigener Roman.

Heute betreibe ich selbst zwei Blogs. Der eine trägt den Namen VOLL NORDISCH, den anderen findet man unter JAGD & FORST. Darüber hinaus habe ich zu Beginn des Jahres damit begonnen, einen Roman zu schreiben. Ob er jemals veröffentlicht wird? Ganz sicher. Aber erst dann, wenn er wirklich fertig ist. Meine Deutschlehrerin mag zwar der Meinung gewesen sein, ich könne nicht schreiben. Und vielleicht habe ich ihr damals geglaubt. Heute aber weiß ich, sie hatte einfach unrecht.