Gedanken

Herbst

Der Herbst ist mir die liebste Jahreszeit. Einfach, weil er immer wieder von Veränderung geprägt ist. Veränderung, die meiner Meinung nach deutlicher zu sehen sind, als zu jeder anderen Jahreszeit. Es gibt sonnendurchflutete Tage, die aus einem Meer von Farben unterstrichen werden. Und es gibt Tage, an denen das Grau die Welt zu beherrschen scheint und der Regen, die Kälte und der Wind mit starker Hand regieren. Der Herbst. Er ist nicht immer schön, doch genau das ist es, was ihn so besonders macht. 

Was ihn sonst noch so besonders macht, ist die Ruhe, die mit ihm einhergeht. Alles verlangsamt sich. Alles wird stiller. Die Landwirte haben zum Ende die Ernte eingefahren und auf den Feldern, abseits der Städte, Dörfer und Siedlungen kehrt die Einsamkeit ein. Nun, im Herbst, ist es immer häufiger möglich, über die Äcker und Wiesen zu gehen, ohne auf eine Menschenseele zu treffen. Mit etwas Glück kann ich Rehe beim Äsen beobachten oder dabei zuschauen, wie der Bussard aus hohen Lüften zum Sturzflug ansetzt. Natürlich sind diese Momente über das ganze Jahr möglich. Aber im Herbst erscheinen sie mir besonders.  

Auch die Farben machen den Herbst besonders. Die goldenen Töne, unterstrichen vom warmen Licht der immer früher untergehenden Sonne. Oder die Momente, in denen der Wind das Laub von den Bäumen holt und die einzelnen Blätter langsam zu Boden fallen. Ich glaube, ich könnte ewig über den Herbst schwärmen und von ihm die schönsten Geschichten erzählen. Aber da die Tage kürzer werden und die Dunkelheit immer mehr die Oberhand gewinnt, sollte ich die noch bleibende Zeit nutzen, um den Herbst zu erleben. Mit allen Sinnen und in jeder Sekunde.