MMXXIII

So beginnt ein neues Jahr.

Die Zeit des Jahreswechsels habe ich damit verbracht, zwei der Avengers-Filme zu schauen. Leider habe ich die Startpunkte der Filme schlecht getaktet. Zum wiederholten Male ist es mir nicht gelungen, dass Tony Stark pünktlich zu Mitternacht mit dem Finger schnippt. Wahrscheinlich habe ich mich nicht genug angestrengt und vielleicht ist genau das sinnbildlich für ein vergangenes zweitausendzweiundzwanzig.  

Sei es drum. Das alte Jahr ist zu Ende und während ich diese Worte schreibe, hat das neue längst begonnen. Zweitausenddreiundzwanzig. MMXXIII. Ein weiteres Kapitel einer längeren Geschichte. Ob ich mir gute Vorsätze für das kommende Jahr gemacht habe? Auf keinen Fall. Habe ich mir Ziele für die nächsten Monate gesteckt? Ganz sicher. Doch heute ist Sonntag. Feiertag. Ein Tag, an dem es Kaffee und leckeres Gebäck geben wird. Ein Tag, an dem ich die Ziele, Ziele sein lasse. 

Morgen beginne ich damit, aufzuräumen. Alte Fotos werden von den Speicherkarten gelöscht, die Akkus der Kamera aufgeladen. Kontakte in meinem Telefon, die ich nicht mehr benötige oder die für mich nicht mehr von Bedeutung sind, werden gelöscht. Chatverläufe, Fotos, Videos, Texte – alles, was keine Wichtigkeit in meinem Leben und bei der Verfolgung meiner Ziele in sich trägt, verschwindet. Anschließend wird der Staub von den Schränken gewischt und durchgelüftet. Frühjahrsputz im Januar. 

Doch heute ist heute. Und nach dem Lärm der vergangenen Nacht, sehne ich mich nach Ruhe. Nach Ruhe und Stille. Nach Weite und Tiefe. Die Gummistiefel werden gebraucht, die alte Hose, die nichts Feierliches an sich trägt, kommt zum Einsatz. Raus. Ins Feld. Auf die Wiesen und Weiden, vorbei am Fluss und an den Rändern der Wälder. Hinsetzen und Abschalten. Leise sein, nicht sprechen, nur beobachten. Von den Geräuschen der letzten Silvesterböller ist hier nichts zu hören. Und so beginnt ein neues Jahr schöner, als das man sich es vorstellen könnte.